Der Text des Bürgerbegehrens

Bürgerbegehren München
„Ausbau der Ganztagesbetreuung in München“

 

„Sind Sie dafür, dass die Stadt München schnellstmöglich die Ganztagesbildung und -betreuung von Kindern und

Jugendlichen in München ausbaut und den Ausbau durch Dritte fördert bzw. unterstützt sowie den Ausbau der

staatlichen Ganztages-Grundschulangebote einfordert und im Rahmen seiner Zuständigkeiten als

Sachaufwandsträger mit umsetzt und dass die im Folgenden genannten Versorgungsgrade bei angemessenen

Qualitätsstandards angestrebt werden?

” im Bereich Krippen: 70 Prozent,

” im Bereich Kindergärten: bis zu 100 Prozent,

” bei Ganztagesgrundschulen sowie bei Ganztagesgrundschulen mit integrierten Horten, Tagesheimen und

Mittagsbetreuung: bis zu 100 Prozent,

” im Bereich der ganztagesbetreuten Ferienangebote: bis zu 100 Prozent.”

 

Begründung:

In München gibt es einen großen Bedarf an Ganztagesbetreuungs-Angeboten für Kinder. Bildungschancen von Kindern hängen im starken Maße davon ab, wie sie betreut und gefördert werden. Um Bildungsungerechtigkeit zu bekämpfen, soll der quantitative und qualitative Ausbau von Ganztagesbetreuungsangeboten auch in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte höchste Priorität haben.

1.      Krippen:

Hier liegt der Versorgungsgrad derzeit bei 33 Prozent. Die Stadt München strebt einen Versorgungsgrad von 43 Prozent an. Die ist eindeutig zu wenig. Wir fordern, mindestens einen Versorgungsgrad von 70 Prozent anzustreben.

2.      Kindergärten:

Hier liegt der Versorgungsgrad bei 83 Prozent. Die Stadt München strebt einen Versorgungsgrad von 90 Prozent an. Wir fordern, hier einen Versorgungsgrad von 100 Prozent anzustreben.

3.      Ganztagesangebote für Grundschulkinder:

Grundsätzlich sind wir der Auffassung, dass für jedes Grundschulkind die Möglichkeit einer qualifizierten Ganztagesbetreuung bestehen muss.

a.       Horte, Tagesheime, Mittagsbetreuung: Der derzeitige Versorgungsgrad liegt nur bei 66 Prozent.

b.      In 129 staatliche Grundschulen sind insgesamt 37.532 Kinder eingeschult. Hier steht derzeit nur für 2,32 Prozent der Kinder im Grundschulalter ein Platz in einer gebundenen Ganztagesschule zur Verfügung. Der Versorgungsgrad insgesamt muss hier in den nächsten Jahren auf 100 Prozent erhöht werden.

4.       Ganztagesbetreute Ferienangebote:

Auch der Bereich der ganztagesbetreuten Ferienangebote ist in München unterrepräsentiert. Der Bedarf für ganztagesbetreute Ferienangebote für Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren ist immens. Das Referat für Bildung und Sport hat eine Umfrage in Schulen organisiert. Aus der Auswertung der mehr als 5.600 Fragebögen ergab sich, dass 75 Prozent aller Eltern ihr Kind an einer Ganztagesschule anmelden würden, wenn diese auch eine Ferienbetreuung anböte. Allein im Grundschulbereich wären dies 28.149 Kinder.

Insgesamt ist der Bedarf bei den Kindern zwischen fünf und15 Jahren folglich bei weitem höher. Die Stadt München organisiert zwar nach eigenen Angaben 9.000 Ferienbetreuungs-Plätze im Jahr, und freie Träger bieten ebenso Ferienprogramme an. Jedoch reicht dies bei weitem nicht aus. Die Förderung der freien Träger muss daher ebenfalls entschieden angehoben werden. Der Versorgungsgrad bei ganztagesbetreuten Ferienangeboten muss in den nächsten Jahren auf mindestens 75 Prozent erhöht werden.

Der Text und die Unterschriftenliste kann auch hier heruntergeladen werden.

3 Gedanken zu “Der Text des Bürgerbegehrens

  1. Guten Abend!

    Leider wird gar nicht mehr nach dem Kindeswohl gefragt. Alle schreien: Eltern sind nicht mehr fähig ihre Kinder zu erziehen. Kinder in stattliche Hände zum Wohle der Wirtschaft.

    Lieber kein Kind als ein Kind unter 3 Jahren (ohne Not) in eine Krippe geben. Diesen Stress möchte ich keinem Kind antun. Es stimmt, mit einem Durchschnittsgehalt kann man, mit vielen Einschränkungen, maximal ein Kind finanzieren. Wir haben bewußt aus finanziellen Gründen auf weitere Kinder verzichtet. Bei unseren Kinder gab es noch das Erziehungsgeld, welches 3 Jahre bezahlt wurde.
    Jetzt würden wir nur noch 300€ Elterngeld bekommen und nur für ein Jahr. So sind wir froh unsere Kinder in den ersten 3 Jahren selber selber erzogen zu haben und gesehen zu haben wie sie laufen lernten usw. Wir brauchen finanzielle Förderungen, das geplante Betreuungsgeld ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Gegen Ganztagsschulen und Nachmittagsbetreuungen ist nichts einzuwenden, wenn die Qualität stimmt und die Kinder sich wohlfühlen.

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